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Interview mit Content.de

Vor einigen Wochen habe ich einen Gastartikel von Content.de veröffentlicht. Es ging um das Für und Wider der Beschaffung von Fremdcontent. In den letzten Tagen habe ich dann für meine Projekte mittlerweile insgesamt 3 Textaufträge verfassen lassen. Zum einen hat mich das Angebot neugierig gemacht und zum anderen wollte ich mich auch auf das nun folgende Interview mit Content.de vorbereiten.

Bitte stellen Sie sich und content.de kurz vor!

Mein Name ist Marius Ahlers. Ich bin neben Dr. Arne-­Christian Sigge und Ralf Maciejewski Vorstandsmitglied der content.de AG. Meine Aufgaben umfassen neben der PR-­Arbeit auch die Produktentwicklung und den Bereich Personal.

Wie viele Autoren gibt es und wie viele Texte werden täglich über content.de verfasst?

content.de arbeitet derzeit mit mehr als 4.000 registrierten Autoren. Im Schnitt werden über unsere Plattform etwas mehr als 1.000 Texte täglich abgewickelt. Deutlich herauszuheben ist, dass etwa 32% der Aufträge über Direct Orders und Group Orders abgewickelt werden, d.h. hier wird ein fester Autorenstamm beauftragt.

Der offene Marktplatz entwickelt sich immer mehr zum Rekrutierungsinstrument für Autoren. Diese empfehlen sich über die Bearbeitung von Open Orders den Auftraggebern. Wir raten allen Auftraggebern, langfristig die Aufträge als Direct-­ oder Group Orders einem festen Autorenstamm zuzuweisen.

Dadurch entsteht Zufriedenheit auf beiden Seiten: Die Autoren werden entsprechend Ihrer Vorstellungen entlohnt und der Auftraggeber hat Planungssicherheit, da er die Zuverlässigkeit und Qualität der ihm bekannten Autoren kennt!

Es gibt die Möglichkeit den Autoren die Keyworddichte für einen Text mitzugeben. Sind weitere SEO Maßnahmen geplant?

Diese Frage kann ich nur differenziert beantworten. content.de bietet seinen Kunden zwei Möglichkeiten:

  1. Die Nutzung unserer Plattform in Eigenregie
  2. Der Kunde hat in diesem Fall die Möglichkeit, seine konkreten Vorstellungen von SEO, in seinen Autoren‐Briefings zum Ausdruck zu bringen. Er kann Keywordvorgaben machen. Er bestimmt damit, welche Keywords in welcher Häufigkeit im Text durch den Autor zu verwenden sind. Weiterhin kann ein Auftraggeber den Autoren eine Textstruktur liefern, die mithilfe des BB‐Codes durch die Autoren umgesetzt wird.

  3. Die Inanspruchnahme des Full-Service
  4. Für Auftraggeber, die den gesamten Prozess der Texterstellung outsourcen möchten, bietet content.de ein Rundum-­Sorglos-­Paket an. Im Rahmen dieses Angebots übernimmt content.de sämtliche Aufgaben, die der Kunde sonst selbst zu erledigen hat. Angefangen bei der Erstellung des Briefings über die Rekrutierung der passenden Autoren bis hin zur Textabnahme mit Korrektorat und Lektorat können auch SEO-­Leistungen, wie zum Beispiel eine Keyword-­Recherche in Anspruch genommen werden. Für welche Variante sich ein Auftraggeber entscheidet, hängt neben dem Preis auch vom vorhandenen Know-­how und den personellen Kapazitäten im eigenen Unternehmen ab. Unsere Erfahrung zeigt, dass es zwei Flaschenhälse im Prozess der Content-­Erstellung auf Seiten der Unternehmen gibt. Sowohl die Vorarbeit (Themenfindung, Keyword-­Recherche und Autorensuche sowie die Erstellung des Briefings) als auch die Abnahme der fertiggestellten Texte (Endkontrolle, Korrektorat und Lektorat) binden Personal und benötigen viel Zeit.

Der beste Artikel ist nutzlos ohne Leser. Blogger wie ich sind immer an Maßnahmen zur Promotion der Artikel interessiert. Gibt es Bestrebungen, auch Offpage SEO Maßnahmen zu unterstützen?

Grundsätzlich verschließen wir uns gegen keine Maßnahme, mit der wir die Bedürfnisse unserer Kundengruppe befriedigen können, sofern sich diese in skalierbaren und zielführenden Prozessen abbilden lassen. content.de war mit seinem gesamten Team in Rom und hat Visionen für die Zukunft von content.de entwickelt, sodass sich unsere Autoren und Auftraggeber über viele spannenden Neuerungen freuen dürfen. Inwieweit wir das Thema Offpage-­Maßnahmen angehen werden, möchte ich an dieser Stelle zunächst offen lassen.

Können Sie die Kritik von vielen Autoren nachvollziehen, dass Markplätze wie z.B. content.de die Preise für Texte in den Keller treiben?

Nein, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Wie ich mit meiner Antwort zu Ihrer zweiten Frage bereits angerissen hatte, stellt der offene Marktplatz eine Möglichkeit zur Rekrutierung neuer Kunden dar und sollte nicht als Auftragspool gesehen werden um darüber seine Auftragsbücher zu füllen. Es gibt durchaus auch Beispiele von Autoren, die mit dieser Vorgehensweise ansprechende Umsätze generieren, bzw. davon leben können. Zielführender ist es jedoch für jeden Autor, wenn er sich einen Pool an Stammkunden erarbeitet. Diese Vorgehensweise sichert regelmäßige Aufträge zu Honoraren, die den Vorstellungen der Autoren entsprechen.

Was können Autoren durchschnittlich so unter content.de verdienen? Oder mit anderen Worten: Kann man als Autor mit content.de die Familie ernähren?

Es gibt durchaus eine Vielzahl von Autoren, die sich jeden Monat Honorare von mehr als 3.500 EUR auszahlen lassen. Weitere Vorteile für Autoren die unser System nutzen, sind der Wegfall von Akquisetätigkeiten, der Buchhaltung und des Mahnwesens bei 100%iger Honorarsicherheit!

Im Blog von content.de sind einige Informationen und vor allem auch einige interessante Interviews mit Autoren. Wie sehr unterstützt der Blog das eigentliche Geschäftsmodell?

Der Blog wie auch unsere Präsenz auf Facebook ist für uns in erster Linie eine Schnittstelle zu unseren Autoren und Auftraggebern. Weiterhin können sich potenzielle Neukunden ein Bild über unser Unternehmen, dem Team und unserer Philosophie machen. Wir agieren sehr transparent und laden unser Kunden wie auch potenzielle Kunden zum Dialog ein. Im Rahmen dieses Dialogs werden die unterschiedlichsten Blickwinkel beleuchtet – wertvolle Informationen also, die uns ein Stück nach vorne bringen.

Hier lesen auch viele andere Blogger die Artikel. Warum macht es für Blogger Sinn, z.B. eine vorübergehende Schreibblockade über einen Marktplatz wie content.de zu überbrücken?

Jeder Mensch, ganz gleich wo er tätig ist, benötigt irgendwann eine kreativen Auszeit, bzw. Impulse um neue Ideen zu entwickeln. Jeder Autor bringt seinen eigenen Stil, seine persönliche Sichtweise und transportiert zum Teil seinen Charakter mit den geschriebenen Texten – dies wird nicht selten von Autoren als Inspirationsquelle genutzt, um sich persönlich weiter zu entwickeln oder eine ganz neue Seite an sich zu entdecken. Abgesehen davon, stellt das Outsourcing der Texterstellung für Blogs ein legitimes Mittel dar, um sich breiter aufstellen zu können.

Was sind die Kanäle, um auf content.de aufmerksam zu machen? Schalten Sie auch Werbung in Blogs wie z.B. Weblog-­ABC?

Wir schalten im kleinen Rahmen auch Anzeigen. Viel spannender sind jedoch aus unserer Sicht Kooperationen die ein WIN/WIN für beide Parteien bedeuten. So arbeiten wir unter anderem mit Fotolia dem Bilderdienstleister oder STRATO und zuletzt der arvato Medienfabrik zusammen. Hier entstehen wechselseitige Synergieeffekte, die sehr spannend und aus unserer Sicht zielführender als reine Werbemaßnahmen sind.

Inwiefern unterstützt die Facebook Seite das Geschäftsmodell?

Socialmedia ist mittlerweile ein „must have“ insbesondere für Unternehmen, die im Internet aktiv sind. Nach wir vor ist es eine große Herausforderung, die Wirkungsweise einzelner Onlinemaßnahmen isoliert zu betrachten, da wir immer mit einer Vielzahl von Maßnahmen parallel unterwegs sind. Wir stellen jedoch fest, dass Facebook durchaus ein Medium ist, mit dem wir zum einen gezielt Informationen streuen können und zum anderen auch regelmäßige Leser binden.

Gibt es Pläne, Social Media noch stärker zu nutzen? Ich konnte z.B. keinen Twitter User finden.

Wir werden uns diesbezüglich in der nächsten Zeit wesentlich stärker positionieren.

Wo sehen Sie content.de in 10 Jahren?

Wir streben die Marktführerschaft im Markt der Content-­Anbieter an. Um dieses Ziel zu erreichen sind eine Vielzahl von Maßnahmen beschlossen worden, die wir nun sukzessive umsetzen werden. Bei allen Maßnahmen haben wir die Textqualität, die Kundenzufriedenheit und die Usability unserer Plattform im Auge. Unser Kunden und Auftraggeber dürfen gespannt sein, mit welchen Maßnahmen wir deren Texteinkauf optimieren werden.

Herr Ahlers, vielen Dank für das sehr aufschlussreiche Interview. Ich wünsche content.de und auch Ihnen persönlich ALLES GUTE für die Zukunft!

Mehr über den Autor

Andreas ist Senior Projektmanager in einem der weltweit größten Softwareunternehmen. Nebenbei ist er freier Dozent und lehrt an Fachhochschulen die Themen "Internationales Projektmanagement" und "Softwarearchitektur". Hier im Weblog-ABC gibt Andreas regelmäßig Webmaster, Affiliate und SEO Tipps. Mehr über Andreas und Weblog-ABC.

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Kommentare und Trackbacks (3)

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  1. Michael sagt:

    Schönes Interview, danke dafür! Ich habe selbst mal überlegt für einige Projekt gekauften Content zu verwenden, habe es aber noch nie probiert. Vielleicht sollte ich doch mal dazu greifen!

    • Andreas sagt:

      Ja, einfach mal ausprobieren kann sicher nicht schaden. Zumdindest kann man damit Schreibblockaden ganz gut überbrücken.

  2. Ich kann Marius Ahlers und sein Team wirklich weiterempfehlen. Sehr engagiert und motiviert.

    Die Autoren benötigen vor allem ein gutes Briefing, dass ist quasi das wichtigste, um hier eine gute Qualität zu erreichen.

    Beste Grüße
    Thomas Klußmann