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Internationales Online-Marketing: Ein Handbuch für Klein- und Mittelbetriebe

Es gibt eine ganze Reihe von Argumenten, die für Online-Marketing sprechen: im Gegensatz zu Marketing in seiner klassischen Form erlaubt Online-Marketing die Umsetzung von präzise auf ein bestimmtes Zielpublikum abgestimmten Kampagnen, die noch dazu rasch und ohne großen Aufwand angepasst und weiterentwickelt werden können. Eine beachtliche Anzahl von Großunternehmen hat sich im Jahr 2010 dem Online-Marketing zugewandt – eine absolut nachvollziehbare Entwicklung wenn man bedenkt, dass die Anzahl der Internetbenutzer ständig
steigt (um mehr als 10% pro Jahr) und dass diese mehr und mehr Vertrauen in den Internethandel haben. In diesem Artikel legen wir Ihnen nun die wichtigsten Techniken des Online-Marketings dar, die auf die Bedürfnisse von Klein- und Mittelbetriebe zugeschnitten sind.

Positionierung

Grundsätzlich beginnt die Web-Präsenz eines Unternehmens mit der Erstellung seiner Webseite. Die Art und Weise, wie diese Webseiten erstellt werden, ist ausschlaggebend dafür, wie sie von Suchmaschinen und Internetbenutzern positioniert werden. Suchmaschinen benutzen im Allgemeinen eine geographische ausgerichtete Ergebnissuche, mit deren Hilfe sie Benutzern relevante Resultate für ihre Region liefern können. Diese geographische Suchausrichtung berücksichtigt die Sprache, in der eine Webseite verfasst ist, ihren Domain-Name (zum Beispiel .fr für Frankreich), aber auch den Server, der die Seite beherbergt. Für Klein- oder Mittelbetriebe, die den internationalen Markt erobern möchten (was durchaus zu empfehlen ist, da etwa 70% der Internetnutzer nur auf Online-Handelsseiten einkaufen, die in ihrer Sprache verfasst sind und in ihrem Heimatland betrieben werden), ist die Erstellung lokalisierter Webseiten für die einzelnen Länder der angestrebten Zielmärkte eine überaus erfolgversprechende Strategie.

Die Effizienz der Positionierung hängt auch davon ab, wie viel Wert bei der Erstellung einer Webseite auf die Zugänglichkeit für Benutzer und Suchmaschinen gelegt wird (hier kommen die Arten der verwendeten Inhalte, die Sitemap oder Seitenübersicht und andere Faktoren zum Tragen). Das Design der Webseite muss die Gewohnheiten und Vorlieben des Zielpublikums berücksichtigen: Um nur ein Beispiel zu nennen, ist die Farbe Rosarot nur für einige spezielle Nischenmärkte geeignet und wird weltweit von einem Großteil der Menschen als verkitscht oder lächerlich empfunden.

Online-Marketing und PR

Die Grundtechniken des Online-Marketings sind weithin bekannt: Referenzierung (Linkaufbau), Schaffung unverkennbarer Inhalte, Herausarbeitung spezifischer Schlüsselwörter sowie Bewertung von Anzahl und Qualität der Konversionen. Sie ermöglichen normalerweise eine recht gute Verbesserung der Webseiten-Position im Suchmaschinenranking
(SERP) und gewährleisten im Allgemeinen einen guten organischen Traffic (Datenverkehr und damit Besucherzustrom). In Marktbereichen mit überaus starkem Wettbewerbsdruck, wie beispielsweise im Online-Buchhandel, werden diese Techniken jedoch von allen Anbietern genutzt, was zu veränderlichen Positionierungen führt.

Die Anpassung traditioneller Marketing-Methoden an die virtuelle Welt ist nicht einfach: Im Internet verhalten sich Männer wie Frauen anders, als im „wirklichen“ Leben. So nutzen Männer beim Internet-Einkauf vor allem die Möglichkeit, ihr Bedürfnis nach Individualität zu stillen, indem sie ihre Lieblingsprodukte ihren persönlichen Vorstellungen anpassen. So zeigen jüngste Studienergebnisse, dass Männer mehr Zeit auf Webseiten verbringen und dort auch eher und mehr einkaufen, wenn sie für jedes Produkt die Wahl zwischen zwei oder drei Farben beziehungsweise Ausführungen haben. Ebenso treten Männer jedoch auf Facebook ohne das geringste Anzeichen von Verschämtheit einer Vielzahl von Gruppen mit diversen Anliegen bei, für die sie sich im wirklichen Leben doch ein wenig genieren würden oder besuchen in aller Ruhe Online-Verkaufsseiten für Reizwäsche (die sie vielleicht als Geschenk erstehen möchten).

Für umsichtige Unternehmer gibt es mehrere Möglichkeiten, die neuen Freiheiten, die das Online-Milieu bietet, zu ihrem Vorteil zu nutzen. Zusätzlich zum Marketing können PR-Strategien verwendet werden, um wirkungsvolle Kampagnen auf Webseiten der Generation 2.0 (soziale Netzwerke, Tauschbörsen, Blogs und Ähnliches) zu schaffen. Marketing im Internet ist ein beinahe unberührter Bereich und bietet daher wesentlich mehr Möglichkeiten für Kreativität und Phantasie als in traditionellen Medien.

Unternehmen können mittels viraler Kampagnen, Online-Applikationen oder anderen Innovationen über das Internet:

  • in Echtzeit beobachten, was den Kunden gefällt
  • genau beobachten, wo Kunden im Internet ihre Zeit verbringen und vor allem ihr Geld ausgeben und so feststellen, welche Arten von Produkten und Werbekampagnen sie anziehend finden
  • unmittelbar und einfach mit den Kunden in Kontakt treten – zum Beispiel über soziale Medien – was ein kostenloses und verlässliches Feedback gewährleistet, das zur Personalisierung des Unternehmensimages überaus nützlich sein kann.
  • ein vorteilhaftes Image schaffen, neue Kunden auf ihre Online-Handelsseite aufmerksam machen und so Verkäufe generieren.

Schritt-für-Schritt-Strategie

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Unternehmen dann beginnen, auf internationaler Ebene vom Internet zu profitieren, wenn sie sich an folgendes Grundschema halten:

1. Erstellung einer Webseite und der Inhalte, mit denen sie beworben wird, Lokalisation (inklusive des Web-Hostings) und Bereitstellung im Internet. Diesem Schritt muss natürlich eine genaue Analyse jedes Zielmarktes vorangehen, welche die Online-Konkurrenz, sprachliche und kulturelle Besonderheiten, beliebte Seiten, Marketing-Tools und angestrebtes Zielpublikum berücksichtigt.

2. Referenzierung: Eine Kampagne zum Linkaufbau ist unbedingt notwendig, da sie die Voraussetzung für alle weiteren Marketing-Maßnahmen darstellt. Als Begleit- oder Nachbereitungsmaßnahme zur Referenzierung kann eine Klickvergütungs-Kampagne durchgeführt werden, um qualifizierten Traffic zu generieren und Hinweise auf die Suchgewohnheiten der Nutzer der einzelnen Märkte zu erhalten.

3. Online-Marketing und PR: Auch wenn sich mit den beiden oben angeführten Schritten in den meisten Fällen gute Ergebnisse erzielt lassen, so können diese durch die Weiterentwicklung der Online-Präsenz eines Unternehmens manchmal noch übertroffen werden. Klein- und Mittelbetriebe, die zu den Großen zählen möchten, müssen – ebenso wie Großkonzerne, die den Online-Markt erst mit Verspätung in Angriff nehmen – über das notwendige Wissen verfügen, wie sie sich mit Hilfe von Webseiten der Generation 2.0 und Social-Media-Seiten vermarkten können. Vergessen Sie nicht: In dieser Etappe sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Online-Marketing bietet zahlreiche Vorteile für Klein- und Mittelbetrieb: Zugänglichkeit, geringe Kosten, Durchlässigkeit, Kontakt zu einem gebildeten und weltoffenen Publikum, unmittelbarer Kundenkontakt und sofortiges Feedback. Die Voraussetzungen dafür, dass sich ein Unternehmen auf den internationalen Markt wagen kann, sind heute denkbar einfach – und dass, ohne dabei das Risiko einzugehen, eine Niederlassung in einem anderen Land zu gründen: Es reicht, über einige hundert Euro Budget und ein stark ausgeprägt kulturelle Intelligenz zu verfügen sowie einen zwei- oder mehrsprachigen Spezialisten für Suchmaschinenoptimierung und PR zu engagieren.

Artikel verfasst von: Lingo24, internationales Übersetzungsbüro, das unter Einsatz von Online-Marketing-Strategien heute Kunden in über 60 Ländern auf vier Kontinenten erreicht.

Vielen Dank für den tollen Gastartikel, der meines Erachtens das Thema Internationales Online-Marketing sehr schön beschreibt.

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Mehr über den Autor

Andreas ist Senior Projektmanager in einem der weltweit größten Softwareunternehmen. Nebenbei ist er freier Dozent und lehrt an Fachhochschulen die Themen "Internationales Projektmanagement" und "Softwarearchitektur". Hier im Weblog-ABC gibt Andreas regelmäßig Webmaster, Affiliate und SEO Tipps. Mehr über Andreas und Weblog-ABC.

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