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Private Krankenversicherung für Selbständige und Freiberufler

Wer sich gerade die Frage stellt, ob sich eine private Krankenversicherung oder eine Zusatzkrankenversicherung lohnt, ist hier richtig.

In einer privaten Krankenversicherung können sich Selbständige und Freiberufler unabhängig vom Einkommen versichern lassen. Angestellte können sich ab einem Jahreseinkommen von 48.150 Euro (4.012,50 Euro/Monat) bei einer PKV versichern lassen.

Die private Krankenversicherung umfaßt höhere Leistungen, was vor allem die Übernahme von Kosten für teure Behandlungsmethoden, Brille und Zahnersatz beeinhaltet. Die Flexibilität in der Auswahl der gewünschten Leistungen und somit auch im Tarif ist ein weiterer Vorteil. Privatpatienten müssen nicht vorher den Hausarzt aufsuchen und können direkt zum Facharzt gehen. Die Chefarztbehandlung und das Ein- oder Zweibettzimmer runden die Vorteile der PKV im Vergleich zur GKV ab.

Bei allen gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) liegt der Beitragssatz bei 14,9% ab Juli 2009. Der Wettbewerb und somit auch die Unterschiede der verschiedenen Krankenkassen konzentrieren sich auf die Leistungen. Es gibt starke Unterschiede, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte. GKV Patienten sollten sich bei den Krankenkassen erkundigen. Hier möchte ich vor allem auf die grundsätzlichen Unterschiede zwischen GKV und PKV (private Krankenversicherung) eingehen.

Unterschiede Privatpatient / Kassenpatient

  • Im Gegenteil zur PKV sind in der GKV Familienangehörige ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichert. Familien mit 2 oder mehr Kindern sollten sich daher gut überlegen, ob eine PKV in Frage kommt.
  • Die Beiträge in der GKV richten sich nach dem Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Im Gegenzug richtet sich der Anfangsbeitrag in der PKV nach dem persönlichen Krankheitsrisiko und steigt oder sinkt in den Folgemonaten. Das Risiko steigender Beiträge bei vielen Arztbesuchen muss in die Überlegungen einbezogen werden.
  • Die Rente ist niedriger als das Arbeitsentgelt, daher sinken auch die GKV Beiträge im Rentenalter. In der PKV ist dies nicht der Fall.
  • 2007 zahlten die gesetzlich Versicherten im Durchschnitt 2.959 Euro an Beiträgen und die privat Versicherten 3.446 Euro. Fazit: Die Beiträge der PKV sind durchschnittlich höher als in der GKV. Wobei natürlich auch das Plus an Leistung der PKV berücksichtigt werden muss. Wie gesagt, es handelt sich um Durchschnittswerte. Gut verdienende Alleinstehende ohne Vorerkrankungen zahlen z.B. bei frühem Eintrittsalter in der PKV sogar niedrigere Beiträge als in der GKV.
  • Manche Leistungen wie z.B. Sehhilfen, Zahnersatz und vor allem auch nicht rezeptpflichtige Arzneimittel werden von der PKV übernommen und von der GKV nicht oder nur teilweise.
  • PKV: Volle Kontrolle über die Abrechnungen durch Aushändigung der Rechnungen; GKV: Keine Transparenz. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Sicherlich ist es Aufwand für die PKV Patienten, die Rechnungen selbst zu begleichen. Dafür hat man aber auch die volle Transparenz.
  • PKV zahlt auch für innovative Medizin. GKV zahlt nur, was „notwendig, ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ ist. Beispiel: Die gesetzlichen Krankenversicherungen fordern immer mehr von Ärzten, aus Kostengründen günstige Arzneimittel zu verschreiben. Das sind oft auch Arzneimittel, die schon sehr lange auf dem Markt sind. Das ist natürlich nicht schlecht, wer aber innovative und teure neue Arzneimittel verschrieben haben möchte, schaut bei den gesetzlichen Krankenversicherungen oft in die Röhre.
  • Natürlich darf in diese Liste die Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal bei GVK Versicherten nicht fehlen. Kinder unter 18 Jahren und alle PKV Versicherten sind davon befreit.
  • Gleicher Status vorausgesetzt, haben in der GKV alle Versicherten den gleichen Leistungsanspruch. Die Leistungen werden über das Sozialgesetzbuch geregelt. In der PKV ist der privatrechtliche Vertrag ausschlaggebend für die Leistungen.
  • Klagen gegen eine der gesetzlichen Krankenversicherungen erfolgen vor den Sozialgerichten und sind kostenfrei. Bei den privaten Krankenversicherungen ist dies nicht der Fall.
  • Unzufriedene Privatpatienten können nur mit erheblichen finanziellen Nachteilen die PKV wechseln. In der GKV geht mit einem Wechsel eher kein finanzieller Nachteil einher.
  • Durch Leistungsverzicht können PKV Versicherte die Höhe der Beiträge nach unten schrauben.
  • PKV Versicherte bekommen weder Krankengeld noch Zuschüsse bei Kuren.
  • PKV Versicherte bekommen kein Kinderkrankengeld und ggf. auch keine Erstattung von Gebühren für eine Haushaltshilfe. GKV Patienten erhalten bei Leistungen.
  • Durch einen Unfall entstehende Kosten, müssen PKV Versicherte ggf. selbst über eine Auseinandersetzung mit der Versicherung des Unfallverschulders einfordern.

Kosten einer privaten Krankenversicherung

Die Beitragshöhe ist in der PKV abhängig vom Leistungspaket. Die Liste möglicher Leistungen ist lang und es gibt eine grosse Bandbreite an Tarifen. Zudem richtet sich die Höhe der Beiträge nach Alter, Geschlecht und möglichen Vorerkrankungen des Versicherten. Die gewünschte Selbstbeteiligung hat natürlich auch einen Einfluss auf die Beiträge. Privatpatienten erhalten oft ein bis drei Monatsbeiträge der Prämienzahlungen zurück, wenn sie ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch genommen haben.

Ob GKV oder PKV, beide Versicherungen haben Vor- und Nachteile, die jeder für sich selbst abwägen muss. Sicher ist, dass Selbständige eine Krankenversicherung brauchen. Unter Strich läßt sich feststellen, dass jüngere Selbständige mit geringerem Gesundheitsrisiko mit der PKV gut bedient sind. Für Selbständige und auch freiwillig gesetzlich Versicherte mit Familie und Kindern wird eine private Krankenversicherung mit zunehmendem Alter immer teurer. Aber wie gesagt, am besten mal selbst durchrechnen und die Vor- und Nachteile abwägen.

Kurzes Video zur PKV


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Wer sich jetzt immer noch für eine private Krankenversicherung interessiert, kann unter dem folgenden Link weitere Informationen erhalten: Private Krankenversicherung: Mehr Informationen über Vorteile, Leistungsumfang und Beitragshöhe.

Kosten einer privaten Zusatzkrankenversicherung

Eine private Krankenversicherung kommt für viele nicht in Frage. Zum einen sind vielleicht die Kosten zu hoch oder die private Krankenversicherung lehnt den Antrag schlicht und einfach ab. Da kommt eine Private Zusatzkrankenversicherung in Frage. Damit kommen die Leistungen in die Nähe des Privatpatienten und die Private Zusatzkrankenversicherung ist vergleichsweise erschwinglich.

Was umfasst eine private Zusatzkrankenversicherung?

In der Regel kann man die private Zusatzkrankenversicherung für die Bereiche ambulanter Behandlungen, stationärem Krankenhausaufenthalt, Zahnersatz, Krankenhaustagegeld, Krankentagegeld und andere Bereiche auswählen. Dadurch können in diesen Bereichen mit einer privaten Zusatzkrankenversicherung Leistungen in Anspruch genommen werden, in ein gesetzlich Versicherter sonst nicht bekommt. Dazu gehören Chefarzt Behandlung, Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer, freie Arztwahl, Leistungen von Heilpraktikern, weltweiter Versicherungsschutz, Zahnersatz ohne Einschränkung der Materialien oder der Ausführung. Die Erstattung für Inlays beträgt bis zu 100 Prozent und für Brillen oder Kontaktlinsen gibt es eine hohe Kostenrückerstattung.

Hürden zur privaten Zusatzkrankenversicherung

Bei einer privaten Zusatzkrankenversicherung wird eine Überprüfung der Gesundheit vorgenommen. Dabei muss u.a. die Frage zu Vorerkrankungen beantwortet werden. Je nachdem kommt ein Risikoaufschlag auf die Kosten zur privaten Zusatzkrankenversicherung. In Einzelfällen wird der Antrag auch schon mal abgelehnt.

Fazit

Eine PKV lohnt sich, wenn man gesund ist, gut verdient und keine Kinder hat. Dann sind neben den besseren Leistungen sogar die Beiträge niedriger als in der GKV. Die Höhe der PKV Beiträge hängt im allgemeinen vom Eintrittsalter, Gesundszustand und den gewählten Leistungen ab. Die GKV Beiträge werden prozentual anhand des Arbeitsentgelts berechnet. Im Rentenalter sinken somit auch die GKV Beiträge. Die PKV Beiträge enthalten Rückstellungen, so dass die Beiträge im Rentenalter stabil bleiben. Wem die Beiträge dann zu hoch sind, der muss in einer PKV den Leistungsumfang reduzieren.

Mehr über den Autor

Andreas ist Senior Projektmanager in einem der weltweit größten Softwareunternehmen. Nebenbei ist er freier Dozent und lehrt an Fachhochschulen die Themen "Internationales Projektmanagement" und "Softwarearchitektur". Hier im Weblog-ABC gibt Andreas regelmäßig Webmaster, Affiliate und SEO Tipps. Mehr über Andreas und Weblog-ABC.

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